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Spezielle Fischkunde PDF Drucken

A. Der Aal

Der Aal wird nach sieben bis zwöf Jahren geschlechtsreif, laicht nur einmal in seinem Leben in der Sargasso-See und stirbt. Er gelangt als "Weidenblattlarve" mit dem Golfstrom nach Europa. Als "Glasaal" steigt er nach Umwandlung der Larve in die Flüsse. Die Männchen werden bis 50 cm lang, die Weibchen werden größer. "Blankaale" heißen die zum Laichen abwandernden Aale.


Der Aal hat Brustflossen, keine Bauchflossen, einen Flossensaum.

Der "Spitzkopfaal" frisst Kleintiere (Friedaal), der "Breitkopfaal" frisst Fische (Raubaal).

B. Der Hecht

Das Hechtweibchen wird in der Regel nach 3 Jahren laichreif und legt im Zeitraum von Februar bis Mai an flachen, verkrauteten Uferstellen 20-50.000 Eier pro kg Körpergewicht.

C. Der Stichling

Das Stichlingsmännchen baut ein Nest, in das mehrere Weibchen ihre Eier legen, und betreibt eine besonders intensive Brutpflege, indem er das Nest und später die Jungen bewacht, wie es auch der Zander und der Wels tun.

D. Die kleine Maräne

Die kleine Maräne lebt hauptsächlich von tierischem Plankton.

E. Der Bitterling

Der Bitterling legt seine Eier in Teichmuscheln ab.

F. Der Wels (Waller)

Der Wels ist der größte mitteleuropäische Raubfisch. Er hat 6 Bartfäden, 2 sehr lange am Oberkiefer und 4 kurze am Unterkiefer. Wie der Zander bewacht er seine Eier.

2. Fischfamilien (verwandte Fische)

A. Barschartige

Barsch, Zander, Kaulbarsch, Sonnenbarsch...

Sie haben eine einkammerige, geschlossene Schwimmblase ohne Luftgang. Der erste Teil der zweiteiligen Rückenflosse hat kräftige Stachelstrahlen. Wegen der rauhen Kammmschuppen können sie nur einzeln gehältert werden. Sie legen ihre Eier in Laichbändern ab, die der Zander bewacht. Der Zander laicht von Mai-Juni (Schonzeit) 100 - 200.000 Eier pro kg Körpergewicht. Der Barsch hat einen Kiemendorn. Am "Petri-Fleck" auf dem hinteren Teil der ersten Rückenflosse kann man den Barsch vom Zander unterscheiden.

B. Forellenartige (Salmoniden)

Bachforelle, Regebogenforelle, Seeforelle, Lachs, Bachsaibling, Äsche...

Sie sind erkennbar an der Fettflosse.

  • Die Bachforelle ("Rotgetupfte"), ein einheimischer, standorttreuer Fisch legt in (Kies-)Gruben am Gewässerboden Eier von über 4 mm Durchmesser.
  • Die Regenbogenforelle (Farbband) wurde 1882 aus Amerika eingeführt. Sie wandert gerne ab.
  • Die Seeforelle wird z.B. in Alpenseen über 10 kg schwer.
  • Der Lachs steigt als Wanderfisch aus dem Meer zum Laichen in Süßwasser.
  • Der Bachsaibling (Amerika) hat einen hohen Sauerstoffbedarf.
  • Die Äsche ist an der Rückenflosse (Äschenfahne) zu erkennen.

C. Karpfenartige (Cypriniden)

Karpfen, Schleie, Rotauge, Gründling, Elritze, Barbe, Güster, Hasel, Brassen ...

Die Cypriniden stellen die größte Fischfamilie dar. Sie haben einen schuppenlosen Kopf, unbezahnte Kiefer, stattdessen Schlundzähne, eine zweikammerige Schwimmblase, keinen Magen. Sie sind Sommerlaicher. Einige von ihnen haben Bartfäden.

  • Die Rotfeder frisst vornehmlich Wasserpflanzen.
  • Der Brassen kann sein Maul rüsselartig vorstülpen.
  • Die Schleie lebt am Grunde und zwischen den Wasserpflanzen. Sie hat 2 Bartfäden. Das Geschlecht ist an den Bauchflossen erkennbar (beim Milchner bis über den After). Als Friedfisch ist sie ein Sommerlaicher (Mai bis Juli).
  • Der Karpfen hat kräftige Schlundzähne (Muscheln, Schnecken) und legt als Sommerlaicher von Mai bis Juli 100 - 300.000 Eier pro kg Körpergewicht an Pflanzen ab (Krautlaicher). Den Schuppenkarpfen kann man an den 4 Bartfäden von der Karausche (ohne Bartfäden) unterscheiden.

D. Schmerlenartige

Schlammpeizger, Steinbeißer...

Es sind Kleinfische. Beim Schlammpeitzger spielt die zusätzliche Darmatmung eine bedeutende Rolle.

E. Schellfischartige

Quappe (Rutte), Kabeljau, Dorsch, Seelachs...

Die Quappe (Rutte) lebt im Süßwasser. Kabeljau, Dorsch und Seelachs sind Meeresfische. Man erkennt sie am einen Bartfaden und an den kehlständigen Bauchflossen.

Weitere beliebte Meeresangelfische sind die Freiwasserfische Makrele und Thunfisch sowie der Dornhai, der vor beiden Rückenflossen je einen Dorn hat.

3. Artübergreifende Einzelheiten

A. Barteln

= Bartfäden, die als Geschmacks- und Tastorgan dienen. Sie dienen auch zur Artbestimmung, vor allem bei den Cypriniden.

Rutte (Quappe) 1 Bartel am Unterkiefer
Schleie 2 Barteln
Gründling 2 Barteln im Maulwinkel
Barbe 4 Barteln am Oberkiefer
Karpfen 4 Barteln am Oberkiefer und im Maulwinkel
Waller (Wels) 2 lange Barteln oben und 4 Barteln unten = 6 Barteln
Zwergwels 4 Barteln oben und 4 Barteln unten = 8 Barteln
Schlammpeitzger 6 Barteln oben und 4 Barteln unten = 10 Barteln
Schmerle 6 Barteln oben und 2 Barteln im Maulwinkel = 8 Barteln

Die Karausche hat keine Bartfäden.

B. Schuppen

Der Döbel hat glatte Rundschuppen. Zander und Barsch haben Kammschuppen. Wels, Lederkarpfen und Mühlkoppe haben keine Schuppen.

C. Schwimmblase

Makrele und Thunfisch als Dauerschwimmer sowie Mühlkoppe und Plattfische als Bodenbewohner haben keine Schwimmblase. Barsche haben eine geschlossene Schwimmblase ohne Luftgang. Friedfische (Rotauge) haben zweikammerige Schwimmblasen.

D. Mauform

endständiges Maul Schleie, Forelle, Zander Nahrung aus Mittelwasser
oberständiges Maul Hecht, Barsch, Stint Nahrung aus Oberwasser
unterständiges Maul Nase, Barbe, Gründling Nahrung vom Grund
Rüsselartiges Vorstrecken Brassen

E. Fortpflanzung

1. Laichplatz

  • Kieslaicher in Laichgruben am Gewässerboden sind Forelle, Nase, Barbe, Gründling.
  • Krautlaicher an Wasserpflanzen an flachen, verkrauteten Uferstellen sind Karpfen, Brassen, Hecht.

2. Laichzeit und Eizahl

Hecht Februar bis Mai 20 bis 50.000 Eier pro kg
Zander Mai bis Juni 100 bis 200.000 Eier pro kg
Karpfen Mai bis Juni 100 bis 300.000 Eier pro kg
Schleie Mai bis Juni bis zu 600.000 Eier pro kg

"Weißfische" sind Sommerlaicher, Forellen sind Winterlaicher, der Hecht ist ein Frühjahrslaicher.

Der Bitterling legt seine Eier in Teichmuscheln ab. Barsch und Zander laichen an versunkenem Gestrüpp. Der Stichling laicht in einem Nest aus Pflanzenteilen. Der Aal laicht (nur einmal) in der Sargassosee. Lachs und Meerforelle laichen im Süßwasser (Flüsse).

 

 
 
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